AW: High key oder nicht?
Danke für die Argumente. Zwei Fragen habe ich trotzdem:
- Wo steht denn, dass ein High-Key-Bild unbedingt eine Person darstellen muss?
Die anderen Argumente kann ich nachvollziehen, aber nur Portraits .. ?
- Was sind übrigens die "drei l"?
Gruß,
Mondspeer
zu 1:
Dem Thema
high key muss man sich einerseits über die Aufnahmetechnik und andererseits über den Stil der Bilder annähern.
Technisch betrachtet wird bei
high key-Bildern der Hintergrund weiß geblitzt und das Objekt von seitlich und vorne beleuchtet.
Dadurch entstehen an den Kanten des Objekts Überstrahlungen, die diese "weich" machen. Man empfindet das Bild als harmonisch, ohne harte Übergänge, was auch durch den geringen Tonwertumfang und das enge Zusammenrücken der Grautöne optisch unterstützt wird.
In wie weit die Entwicklung dieser Technik künstlerisch motiviert war oder einfach der Verbesserung des Arbeitsablaufs diente, kann ich nur raten.
Faktisch wird so ganz nebenbei, durch das viele eingebrachte Licht, die Haut makellos dargestellt, manche würde auch "glattgebügelt" sagen und eine Freistellung zum Hintergrund ist erleichtert.
Anwendung fand die Technik zunächst bei der Modellfotografie und hier ausschließlich schwarz-weiß.
Nach und nach wurde die Technik auch auf andere Objekte (keine Modelle) angewandt und die Ergebnisse auch als
high key bezeichnet. Da Sprache durch den Gebrauch ständiger Veränderung unterliegt, wirkt die häufige Bezeichnung solcher Bilder als
high key natürlich auch umgekehrt auf Definitionen, die Begriffe allgemeingültig festlegen. Das bedeutet deshalb nicht automatisch, dass ein
high key auch anders aussehen kann, als ursprünglich definiert (wie die Definition ist, lasse ich jetzt bewusst offen), sondern nur, dass Personen unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was ein
high key ist.
Je nach Hintergrundwissen sind die Personen dann mehr oder weniger Fachleute zum Thema und bei ungleichem Wissensstand kommt es dann sehr leicht zu unterschiedlichen Aussagen und Ansichten. Je mehr man letztlich über ein Thema weiß, desto nuancenreicher kann man es beleuchten und Details unterscheiden. - Dabei spielt es übrigens keine Rolle, ob man selbst schon fotografische Erfahrung mit der Technik gesammelt hat, sondern nur die Fähigkeit des Sehens, ähnlich eines Restaurantkritikers, der selbst kein Koch sein muss.
Das Blumenbild von ah-photo würde ich genaugenommen (im Sinne einer engen Definition, jetzt schon nicht mehr nur auf Modell beschränkt) nicht als
high key sehen, weil es mir zu wenig Licht um die Narbe hat, also zu wenig
high ist.
zu 2:
Das Wortspiel am Ende lässt mich dann zu den drei l (drei mal der Buchstabe L - klein geschrieben) kommen.
Das Stilleben wurde ursprünglich mit zwei l geschrieben und ist in der Kunst beheimatet.
still ist auch der verkürzte englisch Aussdruck für ein Foto oder genauer für ein Standbild (unbewegtes Bild), genaugenommen:
still photo.
Stillleben, nach neuer Deutscher Rechtschreibung mit drei l, wird ins Englische mit
still life übersetzt, so dass wie im deutschen Begriff drei l zusammentreffen.